[Rezension] Die Phileasson-Saga 2: Himmelsturm (Bernhard Hennen, Robert Corvus)

Fortsetzung mit kleinen Schwächen

Der zweite Teil der Phileasson-Saga beginnt, entgegen meinen Erwartungen, nicht dort wo man die Helden um Asleif Phileasson zurückgelassen hat – nämlich im hohen Norden Aventuriens – sondern weit im Süden. In einer die ersten 200 Seiten umfassenden Nebenstory folgen wir dem tulamidischen Magier Abdul nach Al’Anfa, wo er seine Nichte vor den Sklavenhändlern zu retten versucht. Dieser Teil des Romans hat mich ein wenig irritiert, hat er doch so gar nichts mit der eigentlichen Story um das Wettrennen zwischen Phileasson und Beorn zu tun. Keiner der dortigen Charaktere kam bisher in der Geschichte vor, und bis zu den letzten zwei Seiten dieser kleinen Vorgeschichte besteht keinerlei Verbindung zur eigentlichen Handlung. Erst dann wird in ein paar knappen Sätzen eine Verbindung hergestellt, die einen jedoch weiterhin im Dunklen darüber lässt, was genau diese Vorgeschichte denn nun genau mit den Helden aus Thorwal zu tun hat. Man muss sich hier also in Geduld üben.

Nach 200 Seiten schließlich kehrt die Geschichte wieder zu den beiden Rivalen zurück, die sich im Norden ein Wettrennen zum Himmelsturm liefern, um diesen zu erkunden. Ab da wurde das Buch dann wieder interessanter, zumindest ich habe der Rückkehr zu den Charakteren entgegengefiebert, die ich im Verlauf des ersten Romans bereits zu schätzen gelernt habe. Vor allem die Traviageweihte Shaya wächst mir zunehmend ans Herz, und macht eine sichtliche Entwicklung durch im Verlauf der Geschichte. Aber auch Salarin, der Elf, ist auf dem besten Weg, einer meiner Favoriten dieser Sage zu werden. Seine leicht verrückte (im Sinne von neben sich stehende) Art und die stellenweise herrlich pragmatische Sichtweise auf die Dinge machen ihn mir sehr sympathisch.

Die Geschichte selbst mutet diesmal deutlich düsterer an als noch im ersten Teil. Viele Geheimnisse des Himmelsturms sind von der Sorte, die besser unentdeckt blieben.
Hier klärt sich jedoch gegen Ende zumindest, was die Vorgeschichte mit der eigentlichen Handlung zu tun hat. Allerdings ist die Verbindung die gezogen wird meiner Meinung nach so dünn, dass man auf die Vorgeschichte – zumindest in dem Umfang in dem sie beschrieben wurde – hätte verzichten können. Zumindest erschließt sich bisher nicht, warum es notwendig war die Geschichte von Abdul im Vorfeld so detailreich zu erzählen. Ich persönlich finde bislang, es hätte auch ausreichend Erklärung geboten, wenn man an späterer Stelle die Geschichte von Abdul auf dem gleichen Weg erfahren hätte wie die Gefährten um Phileasson.

Was mich am Ende gestört hat war, dass die Geschichte irgendwie unvollständig erscheint. Man hat das Gefühl, dass eben doch nicht alle Geheimnisse erkundet wurden, die der Himmelsturm birgt. Der Aufbruch der Gefährten erscheint überhastet, wenn auch an jener Stelle verständlich. Ich hoffe jedoch darauf, dass das ein oder andere noch fehlende Puzzleteil im Verlauf des dritten Bandes noch eingesetzt wird.

Fazit:

Bewertung: 3 von 5.

Wie der erste Band war der zweite Teil der Phileasson-Saga eine nette und unterhaltsame Lektüre, die nicht schwer fiel zu lesen. Insgesamt hinkt sie jedoch ein wenig hinter dem Vorgänger her und ich hoffe, Band 3 zieht wieder ein wenig an was die Gesamtqualität betrifft.

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