[Rezension] Das dunkle Wort (Sylvia Englert)

Wie die Jungfrau zum Kind…

… so kam ich an dieses Buch – ich habe es zu Weihnachten geschenkt bekommen! Geschenkte Bücher sind ja immer eine große Überraschungskiste, da auch mal was dabei sein kann, das man sich selbst nicht gekauft hätte – sei es weil das Cover nicht anspricht oder der Klappentext. Dabei kann man dann sowohl positiv als auch negativ überrascht werden.

Dieses Buch fällt definitiv in die Kategorie, denn auch wenn ich das Cover sehr schön gestaltet finde – schlicht und elegant – hätte ich es nicht mit nach Hause genommen. Zum einen, weil Geschichten mit Drachen einfach nicht mein Fall sind (und das obwohl ich eigendlich absoluter High-Fantasy-Fan bin). Zum anderen, weil der Klappentext mich nicht wirklich neugierig machen konnte. Ein Magier, der nach einem missglückten und v erbotenen Experiment alles verloren hat was er liebt, und nun im Exil lebt – bis er der einzige ist, der das Reich vor einem übermächtigen, unbekannten Gegner retten kann. Naja, irgendwie auch das Rad nicht neu erfunden. Aber nun war das Buch schonmal hier, also sollte es eine Chance bekommen.

Zu Beginn fand ich meine „Befürchtungen“ bestätigt, die Story ließ sich eher zäh an, wirklich packen konnten mich die ersten 30-50 Seiten nicht. Normalerweise ist das mein Kriterium dafür, ein Buch weiter zu lesen oder nicht. Eigentlich habe ich nur weiter gelesen weil ich wissen wollte, ob die verzweifelte Mutter vom Beginn des Buches es schafft, Heilung für ihre schwer kranke kleine Tochter zu finden. Als Mama leidet man ja einfach mit!
Im Nachhinein erwies sich dieses mein weiches Mutterherz als Glücksfall, denn dadurch kam ich dann erst zu den wirklich interessanten Teilen des Buches. Mit der Zeit war zu erfahren, was damals bei dem verunglückten Experiment tatsächlich schief ging, und auch die aktuelle Story nimmt erst ab gut der Hälfte des Buches so richtig Fahrt auf. Ab da konnte ich es dann nur noch schwer aus der Hand legen.

Was leider auch im Verlauf nicht wirklich besser wird, ist die Darstellung der Charaktere. Eigentlich alle bis auf den Hauptcharakter bleiben nur oberflächlich dargestellt, man erfährt wenig über ihren Charakter, ihre Beweggründe, ihren Hintergrund. All das wird zwar hin und wieder mal angerissen, aber doch nie so rüber gebracht, dass der Charakter an Tiefe gewinnt. Das finde ich etwas schade, so oft sind es gerade die gut gezeichneten Nebencharaktere, die einem Roman erst die richtige Würze verschaffen! (Ich denke da an Alexey Pehov, dessen Romane leben für mich quasi von so manchem Nebencharakter)

Fazit:

Bewertung: 3 von 5.

Insgesamt war das Buch also besser als ich erwartet hatte, auch wenn es kein solches Glanzstück ist, dass es auf meiner Liste der Top-Favoriten landen würde.

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