[Rezension] Die Kunst, einfache Lösungen zu finden (Christian Ankowitsch)

Mit Witz und Charme geschrieben, voll geistreicher und kurioser Anregungen!

Wer wünscht sie sich nicht, die ultimative Lösung für (fast) alle Probleme? Und am besten soll sie auch noch einfach sein und schnell wirken! Klingt unmöglich? Nach der Lektüre von Ankowitschs Ratgeber nicht mehr!

Mit Witz und Charme rückt der Autor darin nämlich unseren Problemen zu Leibe. Was führt eigentlich dazu, dass wir eine Situation oder eine Sache als Problem empfinden? Und wie kann man genau dort ansetzen, um das „Problem“ gar nicht erst zu einem solchen zu machen? Damit beschäftigt sich der erste Teil des Buches, und gibt wertvolle Tips an die Hand, wie man allein durch einen Persprktivwechsel oftmals schon ein paar Sorgen weniger sein eigen nennt.

Sollte das nicht ausreichen, so führt der zweite Teil des Buches uns in die Welt der kleinen aber wirksamen Interventionen, die zwar teils skurril und teils banal wirken mögen, dennoch das Potenzial in sich tragen, so einige Probleme aus unserer Welt zu schaffen.

Im dritten Teil geht es schließlich darum, warum wir manche Probleme einfach nicht lösen, obwohl es vielleicht gar nicht einmal so viel Aufwand bedürfte. Aus dem einfachen Grund nämlich, dass (fast) jedes Problem uns auch einen benefit gibt – dessen Fehlen sich dann selbst zu einem Problem mausern würde. Und wenn wir schon ein Problem haben, dann bleiben wir doch lieber beim altbekannten, an das wir bereits gewöhnt sind.

Untermauert werden seine Aussagen durch zahlreiche, vielzitierte Studien aus Psychologie, Neurobiologie und Soziologie. Der Schreibstil ist wie bereits gesagt sehr unterhaltsam und amüsant, dadurch lässt sich der teils theoretische Stoff gut lesen.
Was ich besonders schätze ist, dass es sich nicht um einen der klassischen Ratgeber handelt nach dem Prinzip „tu dies, jenes und das, dann bist du am Ziel“. Denn in der Realität lässt sich eine solche Checkliste ja doch niemals zu 100% auf die eigene Situation übertragen. Stattdessen gibt es bei Ankowitsch einen großen Fundus an Vorschlägen, wie man ein Problem angehen kann. Welche davon man nun in der jeweiligen Situation anwendet, das muss man selbst entscheiden, denn jedes Problem ist so individuell wie seine Lösung. Und wenn man einmal nicht sofort Erfolg hat – kein Problem, einfach etwas anderes ausprobieren!

Zwei Tage nach Ende der Lektüre kann ich sogar bereits sagen, dass einige der Ansätze tatsächlich einen positiven Effekt haben. So hat beispielsweise das aus Wut Dinge um sich werfende Kind ganz schnell mit selbigem aufgehört, nachdem ich ein paar (unzerbrechliche) Sachen hinterher geworfen habe und auf seinen verstörten Blick hin amüsiert gefragt habe, ob das jetzt ein neues Spiel ist, und wer am weitesten wirft gewinnt.

Fazit:

Bewertung: 5 von 5.

Das Buch ist sicher nicht in der Lage, und beim Lösen all unserer Probleme zu helfen, aber das ist auch gar nicht das Ziel. Stattdessen will es uns eine andere Sicht auf so manches „Problem“ vermitteln. Zudem bietet es Anregungen zur Problemlösung, die definitiv ein Blick über den Tellerrand hinaus und mindestens einen Versuch Wert sind. Da mir einiges davon tatsächlich schon weiter geholfen hat bekommt das Buch von mir volle Punktzahl!

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