[Rezension] Des Teufels Gebetbuch (Markus Heitz)

Vielversprechende Idee, enttäuschende Charaktere

Auf diesen Roman war ich schon eine Weile neugierig, da er eine Thematik umsetzt, die ich so noch nirgends bisher gelesen habe. Die Geschichte eines bösen Kartenspiels, seiner Entstehung und seinem Wirken auf die Menschheit, das ist mir so noch nie begegnet. Und wenn man viel liest ist es wirklich schwer eine Thematik zu finden, die man nicht so oder zumindest doch ähnlich schonmal irgendwo gelesen hat.

Mit entsprechend freudiger Erwartung ging ich also ans Lesen, das erste Kapitel las sich auch gut an und machte Lust auf weitere Lektüre. Doch als es dann an die eigentliche Story ging und nach und nach die Hauptakteure die Bühne betraten, da baute das Buch für mich rapide ab.

Die Storyidee war weiterhin interessant, und auch die Zwischensequenzen aus der Vergangenheit, die die Entstehung des bösartigen Kartendecks beschreiben waren eine gute Ergänzung zur eigentlichen Geschichte. Weder das noch der Schreibstil, einer der Hauptgründe warum ich Markus Heitz so unheimlich gerne lese, ließen zu wünschen übrig. Es waren diesmal die Charaktere, mit denen ich einfach nicht warm werden wollte. Und zwar – und das kommt wirklich selten vor – durch die Bank weg alle. Weder kam bei mir Sympathie für die Protagonisten auf, noch Antipathie für die Gegenspieler. Warum, das kann ich auch nach längerem Nachdenken nicht genau sagen, die Charaktere fühlten sich einfach unrund für mich an, manchmal hatte ich den Eindruck, ihr Verhalten passt überhaupt nicht zu ihnen. Man stolperte beim Lesen mit ihnen durch die Handlung.

Es gab jedoch auch einige Perlen, in Form von amüsanten Andeutungen. So war mein absolutes Highlight das Teelokal namens „TeaTea Twister“ (für alle die damit jetzt so gar nichts anfangen können: schaut euch „From Dusk Till Dawn“ an!). Und auch die Geschichte rund um den jungen Goethe, der sich vor Dietrichs „Teufelspudel“ ängstigt fand ich sehr hübsch inszeniert – ich denke ich werde demnächst den Faust doch noch lesen.

Als Anhang gab es einige Fakten und geschichtliche Hintergründe über das Kartenspiel, die ich informtativ fand, als jemand der sich mit dieser Thematik noch nie beschäftigt hat.

Fazit:

Bewertung: 2 von 5.

ich habe schon schlechtere Bücher gelesen, bin von Markus Heitz allerdings deutlich bessere gewohnt!

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