[Rezension] Chain of Gold – Cassandra Clare

Ich fürchte, dafür bin ich zu alt…

Ich habe mich sehr darüber grfreut, dieses Buch als Rezensionsexemplar ergattern zu können. Das Cover gefiel mir gut, thematisch ist es genau dort angesiedelt wo meine deutliche Präferenz bei Büchern liegt, und auch der Klappentext las sich interessant.
Lediglich die Tatsache, dass bereits eine unglückliche Liebe der Protagonistin angedeutet wurde ließ mich kurz zögern – denn das kann ich nunmal einfach nicht ab in Romanen – aber das Setting, angesetzt im alten London zur Wende des 20. Jahrhunderts hin, hat mich dann doch zu sehr gereizt.

Die Realität hat mich leider sehr schnell eingeholt, als ich schon innerhalb der ersten 20 Seiten feststellen musste, dass es nicht nur eine, sondern gleich zwei heimliche, unglückliche Lieben zwischen den Charakteren gibt. Und diese leider deutlich mehr thematisiert wurden als die Andeutung im Klappentext mich hat ahnen lassen.
Außerdem – und das war mir leider beim lesen des Klappentextes nicht bewusst – sind die Protagonisten alle dem Jugendalter noch nicht beziehungsweise gerade erst entwachsen. Und das ist eigentlich für mich ein absolutes ko-Kriterium, wenn mir das vorher bekannt ist dann lasse ich die Finger gleich von einem Buch. Es gibt für mich nur wenige Gründe, ein Buch abzubrechen, aber der größte ist die Tatsache, dass ich mich mit den Hauptcharakteren nicht identifizieren kann. Und mittlerweile bin ich in einem Alter, in dem ich mich nicht mehr mit gerade-so-postpubertären „Helden“ identifizieren kann.

Ebensowenig kann ich mit schwülstigen Liebesgeschichten etwas anfangen, die stoßen mir bei erwachsenen Charakteren schon sauer auf – es ist schlichtweg nicht mein Ding. Und bei jugendlichen empfinde ich sie als schlichtweg unrealistisch (ja, tatsächlich unrealistischer als Dämonen, Drachen und Magier).

Trotzdem habe ich dem Buch eine Chance geben wollen, vor allem weil ich den Schreibstil als sehr angenehm zu lesen empfand. Die Szenen sind sehr schön geschrieben, man kann sich wunderbar in die Situation hinein versetzen, und auch die Sprache an sich. Und auch das Setting im alten London hat mir gut gefallen, obwohl ich das moderne London doch etwas lieber mag.

Am Ende konnte das die Tatsache nicht aufwiegen, dass ich die Charaktere einfach nicht ernst nehmen konnte. Das will ich aber nicht einmal der Autorin zur Last legen, es liegt vielmehr daran, dass ich vom Alter her nahezu deren Mutter sein könnte, und von daher einen ganz anderen Blick auf jugendliche Protagonisten und deren „Probleme“ habe, als jemand der gerade erst Anfang 20 ist.
Nach 100 Seiten habe ich das Buch dann abgebrochen, da klar war, dass mein Verhältnis dazu sich nicht mehr ändern würde. Ein wenig schade finde ich es um den Anteil der Story, der nichts mit jugendlichen Romanzen zu tun hat, und sich rein mit den Dämonen und Schattenjägern befasst, denn das ist storymäßig genau mein Ding.

Fazit:

Bewertung: 2 von 5.

Für den sehr angenehm zu lesenden Schreibstil und das Setting kann ich jeweils einen Stern vergeben. Ansonsten spricht die Geschichte mich leider überhaupt nicht an und ist, denke ich, viel eher etwas für (deutlich) jüngere Leser.

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